Andorranische Euro erneut auf dem Verhandlungstisch
15/11/2006 Die EU fordert mehr Bankenkontrolle im Austausch für die Erlaubnis zur Emission andorranischer Euro-Münzen.
Um einen andorranischen Euro zu sehen vergehen noch mindestens zwei Jahre. So hat es Aussenminister Juli Minoves erklärt, in Bezug auf die Verhandlungen mit der EU zur Prägung andorranischer Euro-Münzen.
Andorra hat ein Mandat um die Anfertigung nationaler Euro zu verhandeln, aber die EU-Wirtschafts- und Währungsabteilung will Gegenleistungen. Die Hauptforderung ist eine grössere Kontrolle des andorranischen Finanzsystems.
„Die Europäische Union fordert immer recht viel in den Verhandlungen, aber wir müssen die Interessen Andorras wahren“, sagt Minoves und hebt hervor, dass es unverhandelbare Aspekte wie das „Bankgeheimnis gibt, da es auch Länder wahren die Mitglieder der EU sind und Euro-Münzen ausgeben (Österreich, Belgien und Luxemburg)“.
Weit entfernt von den ursprünglichen Fristen:
Der EU Ministerrat für Wirtschaft und Finanzen (Ecofin) gab am 11. Mai 2004 grünes Licht für die Verhandlung zwischen Andorra und der EU zur Prägung andorranischer Euro als gesetzliches Zahlungsmittel und als Sammlerstücke. Die Aussichten bei Beginn des Verfahrens zeigten an, dass man die Verhandlungen schnell abschliessen könnte. Nach Erklärung der damaligen Finanzministerin Mireia Maestre, sollte der andorranische Euro voraussichtlich schon „Mitte nächsten Jahres (bezieht sich auf 2005)“ in Umlauf sein. In der Analyse die anfangs stattfand hatte man nicht das ganze Ausmass der EU- Gesetzgebung einkalkuliert an die sich Andorra anpassen müsste um die Emission durchzuführen. Der Regierungswechsel und das Paket von Wirtschaftsgesetzen haben dazu geführt, dass alle ursprünglichen Fristen absolut veraltet sind.
EU-Mandat
Noch mit Marc Forné als Regierungschef gibt Ecofin im Mai 2004 grünes Licht für die Verhandlung zur Prägung andorranischer Euro.
Verhandlungskommission
Die Finanzministerin Mireia Maestre vertraut darauf, dass die Münzen Mitte 2005 im Umlauf sind. Man gründet eine bilaterale Sachverständigenkommission für Finanzen und Aussenpolitik.
Benachrichtigung von Almunia Der Kommissar für Währungsangelegenheiten, Joaquín Almunia, sendet im Juni 2006 einen Brief an die Regierung von Albert Pintat in dem er nachfragt, warum die Verhandlungen stagnieren, da die Kommission seit langem nicht mehr zusammenkommt.
Antwort von Pintat Das Antwortschreiben von Pintat erklärt, dass man weiterverhandeln will, aber langsamer, da die Regierung andere Prioritäten hat, wie z.B. das Paket der Wirtschaftsgesetze.
Almunia erwidert Joaquín Almunia sendet einen Brief im September 2006 in dem er darauf hinweist, dass er verstanden hat, dass Andorra die Verhandlungen einstellen will. Der Europa-Kommissar warnt, dass wenn diese eingestellt werden, Andorra ein neues Mandat von Ecofin benötigt um die Verhandlungen erneut zu beginnen.
Pintat berichtigt Der Regierungschef weist Almunia per Brief darauf hin, dass er die Nachricht der Regierung nicht richtig verstanden habe.
Er weist darauf hin, dass man die Verhandlungen nicht abbrechen will. Als Beweis schlägt er ein Treffen der Sachverständigenkommission vor.
Treffen der Kommission Ende September 2006 trifft sich die bilaterale Sachverständigenkommission mit positiven Resultaten, gemäss Juli Minoves. Bald soll es ein politisches Treffen geben.